Die nicht-wissenschaftliche Begründung
Das wichtigste an der Homöopathie ist: dass sie wirkt.
Das unverständlichste an der Homöopathie ist: dass sie wirkt.
Es liegt in der Natur der Sache, wenn wir über etwas reden, das wissenschaftlich nicht erwiesen ist, dass wir uns im Bereich des Nichtwissens befinden. Wir leben in einer Realität, in der alles, was mit unseren fünf Sinnen und den entsprechenden wissenschaftlichen Instrumentarien wahrnehmbar ist, eine Tatsache ist. Die Wissenschaft beschäftigt sich dann lediglich noch mit dem Verständnis von dieser oder jener Tatsache, sie nennt die Dinge dann beim Namen. Und wenn etwas noch keinen Namen hat, ist es Forschung, und die Wissenschaft darf dem Ding einen Namen geben. Wir sind nunmal der Homo sapiens.
Auch ich lebe mit dem Anspruch, dass es Plausibilität gibt. Ich empfinde es als wichtig zu wissen, ob etwas tauglich ist oder nicht. Der Klient muss einen Nutzen haben, das ist die Ethik beim Heilen, und ich möchte Macht. Unvermögen droht - in der Welt der Wissenschaft jedenfalls -, wenn ich nicht „weiß“, was ich tue, wenn ich im Nichtwissen handele.
In diesen letzten Sätzen habe ich so viele gesellschaftlich Chimären untergebracht, dass meine Glaube an die Homöopathie klein und kleiner erscheint, bis er marginal geworden ist. Und was ist hinter der Grenze, der Marge? Was ist da im Abseits?
Früher glaubten die Seefahrer, dass an den Grenzen der bekannten Welt die Schiffe in den Abgrund fallen könnten. Das war ein Irrglaube.
Im Ursprung bestand der Mensch nur aus Energie. Mit der Homöopathie versucht der Behandler, die Energie im Menschen, die Lebenskraft (wie S. Hahnemann sie nennt), zu stärken. Grundlage für seine Mittelwahl ist Praxis, denn Homöopathie ist Erfahrungsmedizin.
Es klingt bestimmt ulkig, wenn ein Homöopath zum Beispiel eine Erkältung für eine Verbesserung hält. Aber die Praxis hat gezeigt, dass wir Menschen uns verändern. Und gerade in einer homöopathischen Behandlung verändern wir uns, das nennen wir „Prozess“.
Die Schulmedizin unterscheidet zwischen psychischen und physischen Vorgängen, und auch der Homöopath kann das tun im Rahmen der Anamnese, wenn er die Symptome feststellt. Aber die Ursache für diese Symptome liegen meist im Unbewussten. Es kann sich um Erfahrungen handeln, die emporsteigen vom Verdrängten Unbewussten in die Erinnerung. Es kann sich um Karma handeln. Es kann sich auch um Energien handeln, die ein Mensch anzieht und die eigentlich nicht zu ihm gehören (Fremdenergien). Deshalb ist eine Erkältung als Symptom, das mit Ausscheidung zu tun hat, für den Homöopathen oft ein erfreuliches Symptom. Denn die eigentlich Problematik, der eigentliche Spannungsbogen, der den Klienten Probleme bereitet, ist umfassender.
Wenn es also um die Pluralität von Themen geht, mit denen wir in unserem Leben zu tun haben, dann geht es bei der homöopathischen Behandlung nur darum: Welches Thema zeigt sich gerade jetzt? Wir dechiffrieren die Symbolik, die darin steckt, so gut wir möglich, und nach dem Ähnlichkeitsprinzip sprechen wir dann mit dem homöopathischen Mittel die Lebenskraft an mit der Bitte, eine Entwicklung oder Veränderung zu bewirken, die den Klienten zu Einsicht und Erkenntnis befähigt.
Jede Sitzung beim Homöopathen wirft Licht auf die aktuellen Themen des Klienten. Mit einer homöopathischen Ausbildung eignen wir Homöopathen uns möglichst all das an, was andere Homöopathen in ihrer Praxis an Erfahrungen gesammelt haben.
Im Unterschied zu einer Heilbehandlungen, die nur der Arzt vornehmen darf, bieten wir dem Klienten die Gelegenheit zur Selbstheilung an. Dabei unterstützt der Prozess der Mittelfindung, der eben deshalb eine Ausbildung zur Grundlage hat, weil es so umfangreiche Erkenntnisse und Erfahrungen bereits gibt, seitdem Samuel Hahnemann im 19. Jahrhundert die Homöopathie publik gemacht hat. Ein Homöopath handelt auf der Grundlage dieser Erfahrungen so lauter wie ein Wissenschaftler auf der Grundlage seiner Studien. Die Ausbildung und die Mittelfindung ist anspruchsvoll und es macht einen großen Unterschied, ob jemand glaubt, Homöopathie sei auch nur wieder irgendeine Arznei und womöglich noch Selbstindikation betreibt, oder ob er sich auf das Neue einlässt, das sich immer wieder zeigt bei einer homöopathischen Behandlung.
Auf dem Boden von wissenschaftlicher Inkompetenz zu handeln, empfinden rational Denkende als verwerflich. Nur ist in homöopathischen Arzneimitteln dank des Herstellungsverfahrens (es soll Informationsmedizin hergestellt werden, nicht materielle Arznei) nichts mehr enthalten vom materiellen Ursprungsstoff. Einige empfinden dann die Kombination aus Mittelfindung und Anamnese als Show. Sie können daran aber keinen Spaß empfinden, sondern behaupten, der Klient würde zum Opfer. Bestenfalls könnte vielleicht der Placebo-Effekt und das therapeutische Gespräch helfen. Mangels materiellem Wirksamkeitsverständnisses aber sei der Klient bei jemandem, der inkompetent sei. Für Heilung inkompetent.
Wer den Boden der materiellen Realität nicht für Neuland verlassen möchte, hat damit auch Recht. Er braucht sich dann eigentlich nur mit Gleichgesinnten zu beschäftigen und könnte, wenn er nicht so viel Ängste hätte, taktvoll die anspruchsvollen Homöopathen in ihrer feinstofflichen Tätigkeit in Ruhe lassen.
Doch es gibt mehr, als das, was wir sehen und verstehen können. Das ist der springende Punkt. Und deshalb wirkt Homöopathie.